Am Anfang ist es nur eine PDF Datei oder „Psyche? Hat doch jeder!“ feiert Geburtstag

Ein Jahr ist es jetzt her, also nicht ganz, vielleicht ein paar Monate mehr, da hat mich Svenja Monert von Eden Books angeschrieben, und gefragt, ob ich Lust auf ein Treffen hätte, um über ein mögliches Buchprojekt zu sprechen. Ich erinnere mich noch ganz genau an den Tag, an dem ich die Mail gelesen habe. Es war ein Freitag und ich hatte die allerbeste Laune.

Man kann also von der Bloggerwelt halten was man will, in meinem Fall war der Blog über meine Arbeit als Psychotherapeutin der Anfang der Geschichte bzw. meines Buches. Und er hat mir beim Schreibprozess ziemlich weitergeholfen, weil ich schnell sehen konnte, was die Menschen da draußen interessiert und was nicht.

Ich habe ungefähr ein Jahr geschrieben. Immer, wenn ich Zeit dazu hatte, nicht immer, wenn ich Lust dazu hatte, denn ein Buch schreiben, das ist harte Arbeit und eben nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Ich habe viele Fachbücher und noch mehr Studien als sonst gelesen oder selbst am Laptop gesessen und getippt. Habe geschwitzt, geschmunzelt, geweint, geflucht, gehüpft vor Glück. Viele Autoren sagen, dass ihr Buch aus ihrem Fleisch und Blut besteht. Ich kann sie jetzt bestens verstehen.

Während ich noch mit dem Schreiben beschäftigt war, hat sich das Team von Eden Books schon Gedanken zum Cover gemacht. Das sollte nämlich bitte nicht nach Fachbuch und Langeweile aussehen – was bei einem Buch mit der Psyche in der Hauptrolle gar nicht so einfach ist. Auch die Titelfindung war ganz schön kniffelig, weil „Psychotherapie“ immer irgendwie eingestaubt klingt und „Psychotherapeutin“ ein ganz schöner Zungenbrecher ist.

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Bildnachweis: Moritz Thau

Das Covershooting hat in Berlin stattgefunden. Endlich hat sich mal jemand um mein wirres Haar gekümmert, Locken eingedreht und mir verraten, dass sich weißer Kajal ganz wunderbar auf meinem Wimpernkranz macht.

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Ich glaube das Shooting ging vier Stunden. Gerade Haltung, bitte recht freundlich, nicht zu viel blinzeln oder die Haare verwackeln und nebenbei noch atmen – der Fotograf hat mir wirklich alles abverlangt. Danach habe ich, ungelogen, erstmal einen Mittagsschlaf machen müssen.

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Aus der PDF- Datei ist nun ein Buch geworden – „Psyche? Hat doch jeder!“. Heute ist der Erscheinungstermin und ich bin aufgeregter als an meinem eigenen Geburtstag. Wer es wohl jetzt gerade in den Händen hält? Vielleicht, und das wäre mein größtes Geschenk, kann es irgendetwas in dem Leser oder der Leserin bewegen. Vielleicht kann man das Blut, den Schweiß und das Herzblut, das ich hineingesteckt habe, irgendwie spüren.

Den Link zum Buch gibt es hier (Affiliatelink)

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Erste Leserstimmen

„Super Einstig ins Thema Psyche und psychische Erkrankungen, sowohl für interessierte Laien als auch Leser, die vielleicht schon ein wenig Vorbildung mitbringen […]. Der Autorin gelingt es sehr gut zu informieren, zum Nachdenken anzuregen, auf Missstände und Stigmatisierung aufmerksam zu machen, und bereitet so den Weg psychische Erkrankungen besser zu verstehen.“ – MariaLeseEule auf Lovelybooks.de

„Jedem, der seinen Horizont erweitern möchte, kann ich dieses Buch durchaus empfehlen, denn es schafft genau das, was es sich vornimmt: ein grundsätzliches Verständnis zum Thema Psyche zu schaffen und dem Ganzen seinen Schrecken zu nehmen. Ein Buch, dass uns in manchen Situation vielleicht mehr Verständnis für Menschen zeigen lässt und uns daran erinnert, wie wichtig es ist auf die eigene Psyche zu achten.“Frollein von Kunterbunt

Fotonachweis: Moritz Thau

 

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6 Kommentare Gib deinen ab

  1. Heike sagt:

    Was für ein wunderbares Buch. Mit das Beste, was ich bisher zu diesem Thema gelesen habe, vor allem ohne jeglichen „moralischen Zeigefinger“ und „Oberlehrer-Gehabe“auskommend und trotzdem ehrlich und zum Nachdenken anregend, ohne dass man sich hinterher noch schlechter fühlt als eh schon mit seiner ramponierten Psyche, ganz im Gegenteil…

    So ganz bin ich noch nicht von dem Gedanken „jetzt reiß Dich halt mal zusammen, Dir geht’s doch eigentlich gut“ weg. Aber ich habe mir immerhin schon mal die Liste der Psychotherapeuten vor Ort angeschaut.

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  2. Das ist ja ganz lieb. Freut mich sehr, DANKE ❤️

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  3. Hallo Lena,
    ich habe dein Buch vor kurzem gelesen, wie ich schon in einem anderen Kommentar erwähnt habe. Ich hatte es innerhalb von zwei Tagen durchgelesen und muss sagen, dass es mir wirklich ein bisschen geholfen hat. Ich bin selber gerade in der Situation, dass ich mir Hilfe suchen sollte und dass ich den Po hochkriegen sollte, diese Hilfe auch in Anspruch zu nehmen, aber da ist eben diese Hürde. Es ist nicht die Therapie an sich, vor der es mir ein bisschen graut, sondern die Tatsache, dass ich Angst habe, bei mir könnte einfach noch mehr im Argen liegen, als ich mir selber eingestehen will. Ich habe Angst vor der Diagnose. Vor dem Stempel, der mir dann auf der Stirn prangt. Ich bin mir sicher, dass es mir helfen würde. Ich bin mir sicher, dass ich es brauche. Doch den Weg auch wirklich zu gehen fällt so schwer. Ich weiß, dass ich es tun muss, weil ich sonst viel Gutes in meinem Leben auf die Zerreißprobe stelle (Beziehung, Arbeit). Das ist auch der Grund, warum ich zumindest schon sehr viele Nummern von Psychotherapeuten herausgesucht habe, die ich in den nächsten Tagen anrufen oder anschreiben werde.

    Danke für dein Buch, weil es ehrlich ist. Ich hoffe, ich habe Glück und gerate an eine Therapeutin/einen Therapeuten, der mir genauso sympathisch ist wie du.

    Herzliche Grüße,
    Lotta

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  4. Ach Lotta, das freut mich so. Vielen lieben Dank für diese tolle Rückmeldung. Das macht mich wirklich froh und ist die Schönste Rückmeldung, bzw. meine Motivation zu schreiben. Veränderung ist möglich, nur Mut. Dank dir!

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  5. Gerhard Evers sagt:

    ologie (alles multimodal), Existenz offensichtlicher Störungsbilder wird angezweiftelt oder erst nach Jahren und ellenlangen Diskussionen z.B. ins ICD übernommen. Beispiel kPTSB. Da wird dann lieber einMoin Lena,

    finde Deinen Blog toll, ehrlich, abwägend, wertschätzend, informativ und hilfreich. Und damit auch irgendwie entspannend.
    Auch Dein Buch habe ich gleich gelesen. Es ging mit teilweise das Herz auf. Echt gut. Ich lese Deine Gedanken unter drei Aspekten: Reflektion zu mir persönlich, Reflektion zu mir beruflich und Reflektion als betroffener Angehöriger. Ich habe jahrzehntelang Unternehmen geführt, und u.a. auch sehr viel Erfahrungen mit Menschen verschiedener Kulturen gesammelt und auch darüber reflektiert, was es für mich bedeutet. ( Stichwort Selbsterfahrung). Vor einigen Jahren, habe ich meine Managerkarriere an den Nagel gehängt und mein Wissen um die Menschen mit vielerlei Ausbildungen vertieft ( u.a. Systemische Ausbildung, Coaching, Gesprächstherapie, Therapie kPBST, EMDR, Brainspotting ….). Um Menschen auch rechtlich erlaubt therapeutisch unterstützen, zu können, habe ich die Ausbildung zum Heilprakitker für Psychotherapie und abschliessend die Prüfung vor Fachärzten absolviert. Ich kenne inzwischen sehr viele HPPler im norddeutschen Raum, die allermeisten zeichnet aus, dass sie über intensive Ausbildungen verfügen in Methoden, die nachgewiesen hilfreich sind ( in Ländern wie Österreich und Schweiz z.B. auch zugelassen sind und von Krankenkassen bezahlt werden) und , dass sie zusätzlich oft über gestandene private und berufliche Lebenserfahrung verfügen. Ich muss sagen, dass die Prüfung zum HPP eine sehr intensive Auseinandersetzung und Lernen erfordert, um diese überhaupt bestehen zu können. Die Durchfallquoten je nach Bundesland liegen zwischen 50 – 90%. Ich glaube nicht, dass das ein 25 jähriger mit Hauptschulabschluss jemals schaffen kann, auch wenn er formalrechtlich dazu berechtigt wäre ,die Prüfung zu absolvieren und sich hinterher HPP zu nennen. Dafür können aber HPPler nichts, sondern es ist wie auf vielen Gebieten ein Versagen des Staates, der unfähig ist für Klarheit, zeitgemässe Sicherheit und Ordnung zu sorgen.
    Insofern fand ich schade , dass Du dies in Deinem Buch nicht differenziert hast, in dem Du z.B. schreibst, worauf man achten sollte, wenn man sich therapeutische Unterstützung von nicht fachärztlichen, nicht-fachakademischen Therapeuten holt und das diese sehr hllfreich sein kann.( So ein bisschen in den letzen zwei Sätzen, aber auch nicht wirklich überzeugt)
    Und das es sehr wohl sehr hilfreiche Unterstützung von vielen HPPlern mit entsprechenden praktischen Ausbildungsschwerpunkten gibt. Und, dass es sehr zu begrüssen wäre, wenn Fachärzte im Sinne des Patienten auch mit HPPlern zusammenarbeiten und aber in Realität die Nase hoch tragen.
    Wir haben in Deutschland ein gewaltiges Problem in einer menschengerechten und -würdigen Versorgung von Patienten mit psychischen Störungen. ( Monatelange Wartezeiten, Abschaffung der Äthiologie (alles multimodal), z.B. kPTBST exitiert nicht in der Klassifizierung, dann einfach eine Persönlichkeitsstörung diagnostiert und darauf aufbauend symptomatisch behandelt. Ohne Erfolg, Pech gehabt. Einflüsse von pränatalen, perinatalen und postnatalen Störungen auf die Hirnentwicklung, das limbische System und damit spätere Bindungsfähigkeit, Selbstregulationsfähigkeit und Stressakzeptanz. Kann sein, muss aber nicht, muss alles erstmal wissenschaftlich eindeutig nachgewiesen werden. Angst, Panik, Depression, Zwänge, es geht um die Symptome , fertig. ( Ich weiss, dass Tiefenpsycholgen da anders unterwegs sind, aber auch nur im Rahmen der anerkannten Möglichkeiten)
    Stattdessen: mit Verhaltenstherapie kann man ja alles lösen, dauert auch nicht solange. Ich überspitze mal. ( spreche aus praktischer Erfahrung mit Angehörigen)
    Da kommen Patienten in Fachkliniken und sitzen dann wochenlang in Gruppentherapien, die von 25 jährigen Praktikanten geleitet werden, die ohne Bezahlung ( Ausbeutung pur, wie Du richtig schreibst) ihr praktisches Jahr machen. Begründung Personalengpässe. ( auch hier: ich kenne mehrere Fälle aus Kassen-Patientensicht und es haben mir auch Therapeuten bestätigt).
    Lange Rede kurzer Sinn. Ich glaube , wenn es nicht die im Moment überall verteufelten „HPPler“ gäbe, die soviel auffangen, auch bevor dann professionelle therapeutische Hilfe ambulant oder stationär geleistet wird, dann hätten wir gesellschaftlich ein Riesenproblem.
    Und ich als „HPPler“ weiss genau, dass ich differentialdignostisch vorgehe, wo meine Grenzen sind, wann ich mich vor allem auf Stabiliserung und Ressourcenarbeit konzentieren muss, um Wartezeiten zu überbrücken. Wo ich empfehle, erstmal auch körperliche Ursachen abzuklären etc.
    Wo ich mit Psycho-Eduktion Betroffenen und Angehörigen helfen kann. Und ich kann sie auch unterstützen, damit sie einen geeigneten Psychotherapeuten, Psychiater oder auch eine Klinik finden ,und ich biete immer an, meine Eindrücke und Erfahrungen mit Klienten ( ich sage nicht Patienten) mit einem Facharzt oder Psychotherapeuten zu teilen, wenn der Klient es möchte. Das geschieht fast nie. Was kann schon ein HPPler? Du siehst an der Länge des Post ( mien Gott ;-), es war mir irgendwie ein grosses Bedürfnis Dir dieses FB zu geben. Bitte fasse es als Kompliment auf, weil ich Deine Arbeit, Haltung und Unterstützung von Menschen sehr schätze. An offizielle Stellen oder auch Medien gebe ich keine Stellungnahmen mehr, weil ich mich da nur zu einem Don Quichote mache, dafür ist meine Zeit zu schade.
    Liebe Grüsse aus Hamburg, bitte weiter so. Gerhard

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  6. Lieber Gerhard, ich habe mich sehr über deine ausführliche und differenzierte Nachricht gefreut. Ich finde, man merkt, dass dir das Thema wichtig ist und dass du dich ziemlich gut in der Materie auskennst. Ich finde deine Beiträge auf Facebook immer wertvoll und ich schätze den fachlichen Austausch über alle Disziplinen und Schulen hinweg.
    Deine Kritik an einigen Stellen in meinem Buch kann ich sehr gut nachvollziehen und ich nehme das mit um meine Darstellung zu überdenken. Natürlich habe ich im Vorhinein darüber gut nachgedacht, weil mir klar war, dass diese Zeilen ziemlich kritisch angenommen werden könnten.
    Es tut mir leid, dass du negative Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit PsychTh. gemacht hast. Das kann ich auch nochmal in meine praktische Arbeit mitnehmen. Ich bekomme leider oft keine Schweigepflichtsentbindung für Vorbehandler, weil die Menschen wollen, dass man nochmal mit einem „frischen Auge“ auf die Symptome schaut. Das betrifft oft das gesamte Helfersystem (und ist natürlich auch irgendwie nachvollziehbar, ich sag nur DSVGO)…Ich bin aber immer dankbar für fachlichen Austausch und natürlich über Vorbefunde – die sind doch super zeitersparend. Ich arbeite schon immer in mulitprofessionellen Teams und lerne hier in jeder Sitzung noch was dazu.
    Danke, dass du dir die Zeit für diese Rückmeldung genommen hast!
    Liebe Grüße,
    Lena

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