Auf der Suche nach der großen Liebe: Liebe dich doch erstmal selbst!

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Photo by Mayur Gala via unsplash

Die Liebe braucht ein bisschen Nachhilfe. Es läuft nicht rund mit ihr, wenn ich mich so in der Welt umschaue. Die Verzweiflung scheint groß und das Angebot wird mit zunehmendem Alter auch nicht besser. Amor hat sich bei vielen schon ewig nicht mehr blicken lassen und zurück bleibt Roberto, 28 Jahre, aus Oberhausen aus der Partnervermittlungsapp. Oder Jonas. Oder Paul. Nett, aber auch nicht mehr. Glühende Herzen sind hier Fehlanzeige, es brennt ja nicht mal auf kleinster Flamme. Und so schauen wir verzweifelt in den Spiegel und fragen uns: woran liegt es denn eigentlich?

Suchen wir in einem Partner das, was wir in uns selbst nicht finden?

Fangen wir vorne an, denn die Suche nach dem richtigen Partner beginnt genau genommen nicht online oder in der Bar um die Ecke. Sondern bei uns selbst. Nur wer weiss wer er ist, weiss auch, was er sucht. Viele Menschen haben das allerdings vergessen, weil sie Lebensentwürfe nachbauen, die andere ihnen vorgezeichnet haben.  Oder weil sie verlernt haben, auf sich selbst zu hören.

„Selbsterfahrung“ nennt die Psychologie den Blick auf die eigene Person. Es geht darum, Grenzen zu erkennen, es geht um Weiterentwicklung und um Bewusstheit. Es ist die Suche nach einem individuellen Weg und erst im zweiten Schritt nach einem Begleiter, der uns auf dieser Reise Gesellschaft leistet.

Wir müssen also erstmal wieder zu uns finden. Das klingt esoterisch und riecht nach Räucherstäbchen, es hat in Wahrheit aber wenig damit zu tun. Es sind die Fragen nach den eigenen Bedürfnissen, dem Lebenstraum, nach vergessenen Leidenschaften aber auch nach Kränkungen, Ängsten und den persönlichen Grenzen. Es sind ganz alltägliche Dinge wie Menschen, die uns gut tun, Aktivitäten, die uns Freude bereiten oder das Erkennen von Stressfaktoren, die uns ausbremsen. Es gilt Werte, die wir übernommen haben, zu überdenken, Einstellungen und Ansichten zu überprüfen. Vielleicht auch ein Blick zurück, auf das, was hinter uns liegt. Auf gescheiterte Beziehungen, um es dieses Mal besser zu machen – oder zumindest anders. Alles in allem klingt es verrückt, aber selbstverständlich ist es nicht, dass man sich selbst ausreichend gut kennt.

Und dann müssen wir über Wertschätzung sprechen. Denn, wer sich nicht leiden kann, kann natürlich auch nicht verlangen, dass es jemand anderes tut. Richtig? Es geht nicht um Selbstvermarktung oder Narzissmus, sondern darum, sich in der eigenen Haut wohl zu fühlen. Ganz unabhängig von Gewicht und Aussehen. Denn nur wenn das stimmt, kann man sich auch körperlich auf ein Gegenüber einlassen.
Wer sich hässlich und nutzlos findet, der strahlt das eben auch nach außen aus. Und ganz unter uns: wer will schon ein Essen serviert bekommen, dass der Koch selbst als wenig schmackhaft angepriesen hat? Deshalb lautet die Devise: Liebe dich selbst und dann erst deinen Nächsten.

Die Geschichte beginnt also bei dir und sie endet auch bei dir. Das Glück dazwischen hängt nicht alleine von einer anderen Person ab, die erst noch gefunden werden muss.

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