Zu Vino sag ich nie „No“ // Alkoholabhängigkeit

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Photo by Alina Sofia  via unsplash

Viele gute Abende, an die ich mich erinnere, haben irgendwie mit Alkohol zu tun. Und wenn ich da jetzt so drüber nachdenke, dann finde ich das selbst ein bisschen traurig. Aber, so ist es.
Ich komme überhaupt erst auf die Idee über meinen Alkoholkonsum nachzudenken, weil eine meiner Freundinnen gerade fastet. Sie verzichtet auf Fleisch, Zucker und auf Alkohol. Das sei im Alltag gar nicht so einfach, sagt sie. So kamen wir jedenfalls ins Gespräch über den gesellschaftlichen Stellenwert von Bier, Sekt und Co.. Wie schnell man sich doch auf ein Weinchen verabredet; wie selten man sich zum Tee trifft. Ob alleine oder mit anderen, in einer Bar oder in einem Park – in Deutschland ist Alkohol trinken eine völlig normale Sache. Aber, wann hört der Spaß eigentlich auf und wann fängt die Sucht an?

 Das Alkoholabhängigkeitssyndrom

Die Abgrenzung zwischen gesund und krank ist in der Praxis wie immer schwierig. Der ICD-10, das ist das Klassifikationsschema der Weltgesundheitsorganisation (WHO), hat es trotzdem versucht und Kriterien festgelegt, an denen ein Alkoholabhängigkeitssyndrom festzumachen ist. Aufgepasst also, wenn bei dir drei oder mehr der folgenden Kriterien zutreffen:

  • ein starkes Verlangen nach Alkohol
  • wenig Kontrolle über den Alkoholgebrauch
  • bei körperlichen Entzugserscheinungen
  • bei einer Toleranzentwicklung; also einer Art Gewöhnungseffekt
  • wenn sich die Gedanken um den Substanzgebrauch drehen und andere Aufgaben deswegen vernachlässigt werden
  • und zu guter Letzt: wenn weitergetrunken wird, auch wenn eindeutig schädliche Folgen daraus resultieren können.

Dieses Gespräch zwischen Jürgen Domian und einem extremen Alkoholiker schildert die oben aufgeführten Punkte nochmal sehr eindrücklich und zeigt vor allem die Konsequenzen für das soziale Umfeld. Leider halten sich Krankheitseinsicht und Motivation zur Veränderung in diesem Fall in Grenzen, aber seht selbst:

Hinter eine Alkoholabhängigkeit stecken oft noch weitere psychische Störungen und Belastungen. Deswegen ist die Frage nach dem Grund des Trinkens interessant.
Dabei macht es eigentlich keinen großen Unterschied ob man in Gesellschaft trinkt oder alleine.

Realität vs.Scheinwelt

Ich für meinen Teil werde in Zukunft einfach mehr „No“ sagen. Dann geht es mir am nächsten Tag auch besser. Und es hilft sich zu erinnern: jeder Rausch geht irgendwann einmal vorbei. Und dann landen wir ja doch wieder in der guten alten Realität.

 

Quelle:
Multiaxiales Klassifikationsschema, Remschmidt /Schmidt /Poustka, 6. korrigierte Auflage.
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